New York (BoerseGo.de) – In einem Interview mit der brasilianischen Zeitung „Valor Economico“ erwartet Templeton-Fondsmanager Mark Mobius , dass die europäische Schuldenkrise in der Mitte des nächsten Jahres gelöst werden wird, was einen Anstieg der globalen Börsen entfachen wird. Nach Meinung von Mobius überschätzen Investoren die mögliche Auswirkung der Krise. Er äußert allerdings die Warnung, dass die Menge der Derivate-Kontrakte, die mit der europäischen Schuldenkrise verknüpft sind, für die Investoren ein echtes Risiko darstellen. Nach den Worten von Mobius ist die europäische Schuldenkrise nicht so tiefgreifend und schlimm, wie die Leute denken. „Die dortigen Nationen befinden sich in einem Prozess der Verhandlungen, was nun einmal Zeit erfordert“, so Mobius.
Brasilien befinde sich in einer sehr guten Situation, wobei Mobius die Wirtschaft des größten lateinamerikanischen Landes mit derjenigen der USA vergleicht. Wenn sich die Lage weltweit verschlechtert, dann werde dies auch für Brasiliens Belastbarkeit eine starke Herausforderung sein. Für die Ähnlichkeit mit den USA spreche, dass sich Brasilien von den Krisen fernhalten könne, da es einen starken Verbrauchermarkt habe, Rohstoffe produziere und über Industrie und Landwirtschaft verfüge. Während das Wachstum der chinesischen Wirtschaft wahrscheinlich auf hohem Niveau anhalten werde, bestehe doch Besorgnis über eine mögliche Blasenbildung auf dem Immobilienmarkt der zweitgrößten Weltwirtschaft. China ist Brasiliens größter Handelspartner. Nach den Worten von Mobius haben sich Investoren weniger aus den Schwellenländern zurückgezogen als während der im Zuge des Lehman-Zusammenbruchs entstandenen Krise in 2008. Die Underperformance der Aktien der Schwellenländer in diesem Jahr wird im Jahre 2012 von einer Erholung gefolgt werden.


