FRANKFURT (Dow Jones) - Die europäischen Börsen haben am Donnerstag auf der Stelle getreten. Es gebe einige positive Signale, weshalb die Aufwärtsbewegung noch weiter gehen könnte, so ein Händler. Mit dem Facebook-Börsengang in den USA dürfte sich das Fenster für weitere IPO's öffnen. Zudem gebe es erste Hinweise auf größere Fusionen. Das sogenannte M&A-Geschäft lag zuletzt brach. Außerdem kauften die Investoren mit zyklischen Werten mehr Risiko ein. Der Euro-Stoxx-50 schloss mit einem Plus von 0,3 Prozent oder 7 Punkten bei 2.478, der Stoxx-50 ging dagegen mit einem Minus von 0,1 Prozent bzw zwei Punkten bei 2.462 aus dem Handel.
Außerdem sieht es danach aus, dass sich die Parteien in Athen darauf verständigen können, die Staatsschulden Griechenlands umzuschulden. Auch EU-Wirtschafts- und Währungskommissar, Olli Rehn, rechnet mit einer Einigung bis Ende dieser Woche. Mit dem offiziellen US-Arbeitsmarktbericht steht zum Wochenausklang außerdem noch ein Highlight an, was für etwas Zurückhaltung sorgte. Nach einem überzeugenden ADP-Bericht wird dem Bericht von Volkswirten aber nur geringes Enttäuschungspotenzial eingeräumt. Zuletzt hatte vor allem der Ausbau der Beschäftigung in den USA die Aktienmärkte befeuert. Die am Berichtstag veröffentlichten wöchentlichen Erstanträge auf US-Arbeitslosenhilfe fielen weitgehend im Rahmen der Erwartungen aus und hatten kaum Einfluss auf das Handelsgeschehen.
Sektor-Rotation in zyklische Sektoren hält unvermindert an
Anleger schichten weiterhin aus defensiven in zyklische Sektoren um. Damit setzt sich der seit Jahresanfang zu beobachtende Trend fort, die schweizerische Großbank UBS spricht in diesem Zusammenhang von einer "brutalen" Sektorrotation. Im Januar seien die heftigsten Verkäufe von Konsumgüterherstellern und Telekomtiteln seit sechs Jahren zu beobachten gewesen. Dieses Geld sei in erster Linie in Auto- und Finanzwerte geflossen.
Seit Jahresanfang haben die Automobilhersteller im Schnitt um 26 Prozent zugelegt und führen damit die Rangliste der Sektoren des Stoxx-600 an, für die Banken steht ein Plus von knapp 15 Prozent zu Buche. Telekomtitel haben im gleichen Zeitraum im Mittel hingegen 2,3 Prozent verloren, Nahrungsmittelhersteller im Schnitt 0,6 Prozent.
Xstrata-Glencore-Fusion würde viele Synergien heben
Durch den Zusammenschluss von Xstrata und Glencore ließen sich eine ganze Reihe von Synergien heben, meinen die Analysten von Numis. Beide Unternehmen haben am Morgen einen Agenturbericht bestätigt, sich in Gesprächen über eine Fusion unter Gleichen zu befinden. Allerdings seien die Bewertungsfragen der Knackpunkt in den Verhandlungen. Zwar besitze Glencore bereits 34 Prozent an Xstrata, dessen ungeachtet könne das Unternehmen jedoch eine ordentliche Prämie als Preis für seine Unabhängigkeit fordern. Schließlich habe Xstrata zuletzt immer betont, schneller als der "große Bruder" zu wachsen.
Noch dazu sei das Handelsgeschäft von Glencore intransparent. Dessen ungeachtet würde ein Zusammenschluss die Präsenz des Unternehmens in den Rohstoffmärkten deutlich stärken, besonders bei Kupfer und Kraftwerkskohle. Allerdings werde ein Zusammenschluss dieser Größe auch Bedenken hinsichtlich der Einflussmöglichkeiten auf Preise hervorrufen. Xstrata stiegen um 10 Prozent auf 1.231 Pence, Glencore zogen um 7 Prozent auf 461,7 Pence an. Der Rohstoff-Sektor war mit einem Plus von 2,6 Prozent Tagesgewinner.
Auktionen in Spanien und Frankreich verlaufen erfolgreich
Auf ein aufnahmebereites Umfeld treffen momentan die Auktionen europäischer Staatsanleihen. Spanien hat problemlos das Maximum des beabsichtigten Volumens unterbringen können - mit gut 4,5 Milliarden Euro sogar etwas mehr als geplant. Und die Renditen der Titel mit Laufzeiten bis 2015, 2016 und 2017 sind - verglichen mit früheren Auktionen - deutlich gesunken. Das französische Schatzamt hat Anleihen verschiedener Laufzeiten am oberen Ende des geplanten Volumen versteigert, auch hier sind die Renditen gegenüber den jüngsten Auktionen zurückgekommen.
Europäische Fluggesellschaften besser aufgestellt als US-Konkurrenz
Trotz aller Vorsicht bezüglich der Euro-Krise und rezessiven Tendenzen in ihrer Peripherie: Die europäischen Luftfahrtgesellschaften sind nach Ansicht von Jürgen Pieper von Metzler deutlich besser aufgestellt als ihre US-Konkurrenten. "Wirklich überraschend ist die Entwicklung bei American Airlines nicht", so der Analyst mit Blick auf den Abbau von Stellen, mit dem die US-Gesellschaft 1,25 Milliarden Dollar sparen will. Außerdem will sie Flugzeuge still legen. Lufthansa legten 0,3 Prozent auf 11,04 Euro zu, Air France-KLM stiegen um 3,3 Prozent auf 5,23 Euro.
Europäische Schlussindizes am Donnerstag, den 2. Februar:
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Index Schluss- Entwicklung Entwicklung Entwicklung
stand absolut in % seit
Jahresbeginn
Europa Euro-Stoxx-50 2478,15 7,36 +0,3% 7,0
Stoxx-50 2461,78 -1,45 -0,1% 3,9
Stoxx-600 260,11 0,60 +0,2% 6,4
Frankfurt XETRA-DAX 6655,63 38,99 +0,6% 12,8
London FTSE-100 5796,07 5,35 +0,1% 4,1
Paris CAC-40 3376,66 9,20 +0,3% 6,9
Amsterdam AEX
323,06 -2,09 -0,6% 3,4
Athen ATHEX-20 335,01 -3,27 -1,0% 26,5
Brüssel BEL-20 2272,12 7,39 +0,3% 9,1
Budapest BUX 19521,73 373,17 +1,9% 15,0
Helsinki OMXH-25 2162,38 8,62 +0,4% 11,3
Istanbul NAT30 72432,19 520,85 +0,7% 17,4
Kopenhagen OMXC-20 424,00 7,35 +1,8% 8,7
Madrid IBEX-35 8772,30 75,70 +0,9% 2,4
Mailand FTSE-MIB 16276,50 11,95 +0,1% 7,9
Moskau RTS 1602,99 3,43 +0,2% 16,0
Oslo OBX 373,08 0,29 +0,1% 4,3
Prag PX 998,40 15,10 +1,5% 9,6
Stockholm OMXS-30 1066,12 0,83 +0,1% 7,9
Warschau WIG-20 2371,09 7,49 +0,3% 10,6
Wien ATX 2170,72 32,48 +1,5% 14,8
Zürich SMI
6064,41 -5,50 -0,1% 2,2
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