Regelmäßige Leser des „Daily Trading“ wissen, dass wir zur Analyse der Marktstimmung gerne die Sentimenterhebung der American Association of Individual Investors heranziehen. Gemäß der jüngsten Umfrage unter US-Privatanlegern ist der Anteil der Bären auf nur noch 19 % gesunken. Kurzfristig herrscht damit in den USA u. E. etwas zu viel Sorglosigkeit. Beim DAX® hatten wir zuletzt ohnehin bereits von einem Ausbruch mit „Mängeln“ gesprochen. Insbesondere vor dem Hintergrund des „herangereiften“ Sentiments wollen wir an dieser Stelle den Wochenchart der deutschen Standardwerte auf den Prüfstand stellen. Um aus charttechnischer Sicht endgültig Entwarnung geben zu können, ist ein nachhaltiger Sprung über die Schlüsselwiderstände aus dem Oktoberhoch und dem Fukushima-Tief bei 6.431/83 Punkten sowie der 90-Wochen-Linie (akt. bei 6.492 Punkten) zwingend erforderlich. Andererseits sollte die angeführte Sentimentlage die Anleger auch für die Unterseite sensibilisieren: Ein Rebreak der angeführten Schlüssel- marken dürfte einer Korrektur Bahn brechen, in deren Verlauf zügig das Gap vom 17. Januar bei 6.271/32 Punkten geschlossen werden dürfte. Selbst ein Test des Erholungstrends seit Ende September (akt. bei 5.839 Punkten) kann dann nicht ausgeschlossen werden.
Euro Bund Future - Schon wieder auf der Überholspur
Der Euro-BUND-Future hat die Erfolgsstory der letzten Woche gestern fortgesetzt und sich in die entscheidende Widerstandszone aus den letzten Hochpunkten bei 139,19/139,58/140,23 und der Parallelen (auf Wochenbasis akt. bei 139,77) zum Basisaufwärtstrendkanal seit Sommer 2008 vorgearbeitet. Gelingt der Sprung über diese Hürden, ist der Weg gen Norden frei. In diesem Szenario wäre die nächste Anlaufstelle eine Fibonacci-Projektion bei 142,10. Die technischen Indikatoren zeigen sich auf Stundenbasis konstruktiv, und auch im Tagesbereich ist der Stochastik mittlerweile wieder über seine Triggerlinie gestiegen. Damit steigen die Chancen auf eine Fortsetzung der jüngsten Aufwärtsbewegung. Scheitert indes der aktuelle Angriff auf die angeführten Widerstandsmarken, sollten sich Anleger mit einem Stoppmanagement gegen eine drohende Konsolidierung wappnen, die ihren Namen auch verdient. In diesem Zusammenhang kommt dem steilen Aufwärtstrend seit April 2011 (akt. bei 136,81) eine besondere Rolle zu. Ein Bruch dieser Trendlinie würde wohl weitere Kursverluste nach sich ziehen. In diesem Szenario droht ein Wiedersehen mit den letzten beiden Korrekturtiefs bei 132,99/89.
SAP AG - Vor neuem Mehrjahreshoch?
Der SAP-Aktie ist zuletzt der Sprung über die Hochpunkte bei 44,87/45,04 EUR gelungen. Aus Sicht des Wochencharts markiert die angeführte Zone aber erst den Auftakt zu den ultimativen Barrieren. Als solche definieren wir zudem das Hoch vom Mai 2001 bei 45,63 EUR, das Jahreshoch von 2011 bei 46,15 EUR sowie das Mehrjahreshoch vom Frühjahr 2006 bei 47,69 EUR. Abgeschlossen wird das in diesem Dunstkreis entstehende Widerstandscluster durch das 61,8%-Fibonacci-Retracement des Baisseimpulses von März 2000 bis Oktober 2002 (48,04 EUR). Gelingt es dem Papier, den angeführten „Deckel“ zu lüften, entstünde nicht nur ein neues 12-Jahreshoch, sondern auch ein strategisches Investmentkaufsignal. Im Erfolgsfall stellt erst wieder die Parallele (akt. bei 58,26 EUR) zum Aufwärtstrend seit Herbst 2002 die nächste charttechnische Hürde dar, bevor das Hoch vom September 2000 bei 60,50 EUR ins Blickfeld rückt. Eine enge Absicherung auf Basis der oben beschriebenen Schlüsselmarken sorgt bei einer positiven Weichenstellung zudem für ein attraktives Chance-Risiko-Verhältnis.
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