Die gestrige Handelsspanne beim DAX® fiel zwar mit lediglich gut 60 Punkten eher unterdurchschnittlich aus, mit 6.668 Punkten steht aber erneut ein neues Jahreshoch zu Buche. Das kleine Kursplus im Vergleich zum Vortag sorgt dafür, dass sich der jüngst erfolgte Spurt über die Schlüsselwiderstände aus dem Hoch vom Oktober 2011 und dem „Fukushima“-Tief vom März bei 6.431/83 Punkten sowie der 90-Wochen-Linie (akt. bei 6.494 Punkten) verfestigt. Da zudem die trendfolgenden Indikatoren MACD und Aroon sowohl auf Tages- als auch auf Wochenbasis „long“ positioniert sind, haben die deutschen Standardwerte die nächsten wichtigen horizontalen Marken bei knapp 7.000 Punkten im Visier. Kurz vor der angeführten psychologischen Barriere gilt es ohnehin noch, das alte Abwärtsgap vom 2. August 2011 bei 6.938 zu 6.954 Punkten zu schließen. Um die Gefahr eines Fehlausbruchs gar nicht erst aufkommen zu lassen, sollten fortan die o. g. Schlüsselmarken bei 6.494/31 Punkten nicht mehr unterschritten werden. Ansonsten würde ein „false break“ ein schnelles Wiedersehen mit der 200-Tages-Linie (akt. bei 6.341 Punkten) bzw. der Kurslücke vom 17. Januar bei 6.271/32 Punkten implizieren.
Euro Bund Future - Drohende Toppbildung
Trotz der temporären Erholung bis 139,79 tritt der Euro-BUND-Future derzeit auf der Stelle. Über dem Rentenbarometer schwebt im Stundenbereich ohnehin das Damoklesschwert einer drohenden Toppformation. Vervollständigt wäre das obere Umkehrmuster bei einem Abgleiten unter die Tiefpunkte bei 139,08/138,99. Die Bedeutung der angeführten Haltezone wird gleichzeitig durch die 200-Stunden-Linie unterstrichen, die derzeit bei 138,97 verläuft. Aus der Höhe der Formation ließe sich bei einer negativen Weichenstellung immerhin ein rechnerisches Abschlagspotential von rund 80 Ticks ableiten, so dass dann auch die 38-Tages-Linie (akt. bei 138,51) ins Wanken geraten würde. Unterhalb dieser Bastion markiert die Kombination aus dem Tief vom 25. Januar bei 137,18 und dem Aufwärtstrend seit April 2011 (auf Tagesbasis akt. bei 137,01) den nächsten Auffangbereich. Eine vorsichtige Grundeinstellung legt auch der Tageschart nahe, denn in diesem Zeitfenster mahnt der ausgeprägte Docht der gestrigen Tageskerze zur Vorsicht. Für Entspannung würde dagegen erst ein Spurt über das jüngste „swing high“ bei 139,89 sorgen. Aber selbst dann hat der Euro-BUND-Future mit dem bisherigen Rekordstand bei 140,23 noch eine wichtige Hürde vor der Brust.
RWE AG - Langfristtrend als Hoffnungsschimmer!
Bereits seit August 2011 balanciert die Aktie des Energieversorgers erfolgreich auf Höhe des Aufwärtstrends seit 1988 (!) (akt. bei 25,84 EUR). Trotz der regelmäßigen Stresstests der letzten Monate wird ein Halten des angeführten Basishaussetrends wahrscheinlicher. Dafür spricht neben der „Hammer-Kerze“ vom vergangenen September und dem Bruch des Abwärtstrends seit Januar 2011 auf Tagesbasis vor allem die gegenwärtige Indikatorenkonstellation. Nachdem der RSI im Sommer 2011 erstmals seit 2003 in überverkauftes Terrain zurückgefallen ist, arbeitet der Oszillator inzwischen am Bruch des seit Ende 2007 im Indikatorverlauf bestehenden Baissetrends. Um sich nachhaltig vom Basisaufwärtstrend nach Norden abzusetzen, ist aus technischer Sicht aber noch ein Spurt über die Widerstandszone aus dem Tief vom Februar 2000 bei 30,12 EUR und dem Hoch vom April 1996 bei 31,74 EUR nötig. Im Erfolgsfall eröffnet sich enormes Anschlusspotential, denn dann lauern die nächsten ernstzunehmenden Hürden erst wieder im Bereich des Tiefs vom März 2009 bei 46,18 EUR bzw. in Form der Kombination aus der 200- und 38-Monatslinie (akt. bei 47,58 EUR bzw. 49,53 EUR).
Stoxx Europe 600 Banks - Vor wichtigem Lebenszeichen
Seit der Stoxx Europe 600 Banks Ende November mit 115 Punkten sogar noch einmal ein neues Verlaufstief hinnehmen musste, ist das europäische Bankenbarometer in den Erholungsmodus übergegangen. Der Bruch des steilen Baissetrends seit Februar 2011 (akt. bei 143 Punkten) macht aktuell sogar Hoffnung auf mehr. Aus charttechnischer Sicht ist hierfür aber ein Sprung über das Widerstandscluster aus der 38-Wochen-Linie (akt. bei 150 Punkten) und dem Erholungshoch vom Oktober bei 152 Punkten vonnöten. Gelingt der Befreiungsschlag, würde der dann vervollständigte Doppelboden den Grundstein für einen Anlauf auf das nächste Barrierenbündel bei gut 170 Punkten legen. So impliziert das kalkulatorische Anschlusspotential von rund 22 Punkten – abgeleitet aus einer erfolgreichen Bodenbildung – ein Wiedersehen mit den Hürden in Form des Tiefs vom Juli 2009 bei 169 Punkten, der 50%-Korrektur des Baisseimpulses seit Februar 2011 sowie des langfristigen Abwärtstrends seit April 2007 (akt. bei 174 Punkten). Rückenwind liefern derzeit die trendfolgenden Indikatoren MACD und Aroon, die jeweils „long“ positioniert sind. Sollte der Stoxx Europe 600 Banks das diskutierte Lebenszeichen tatsächlich senden, sind europäische Banktitel wieder einen Blick wert.
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