DJ Aktien Zürich schließen nach erstem S&P-Schreck im Plus
ZÜRICH (Dow Jones) - Der schweizerische Aktienmarkt hat sich am Montag vom ersten Schreck, den die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) am Freitagabend mit ihrer Abstufung von diversen EU-Staaten ausgelöst hatte, zügig erholt und bereits früh in positive Gefilde gedreht. Im Handel nahm man die gesenkten Bonitätsnoten recht gelassen. Der Euro erholt sich deutlich von den Tagestiefs - genauso wie die europäischen Aktienmärkte. Auch an den Anleihemärkten fielen die Reaktionen moderat aus. Der SMI legte um 0,6 Prozent oder 35 Punkte auf 6.031 zu. Dabei wurden 27,83 Millionen Aktien umgesetzt nach 34,43 Millionen Stück am vergangenen Freitag.
S&P hatte insbesondere die Spitzenbonität für Frankreich gesenkt. Doch da im Freitagshandel bereits entsprechende Spekulationen die Runde gemacht hätten, sei vieles bereits eingepreist. Zudem kämen die Schritte auch nicht ganz unerwartet, hieß es im Handel. Zudem verlief eine erste Auktion französischer Schuldtitel nach der Abstufung völlig reibungslos. Gestützt wurde der Markt von der Hoffnung auf eine Entspannung der neuerlichen Griechenlandkrise. "Papademos sieht die Regierung nahe an einer Einigung mit den Gläubigern", sagte ein Händler.
Nach Vorlage eines Zwischenberichts zum vierten Quartal von Holcim gerieten die Aktie des Baustofflieferanten unter Druck. Vor allem Wertberichtigungen von 775 Millionen Franken schlugen Anlegern auf den Magen, die Titel verloren 1,6 Prozent auf 51,00 Franken. Die Abschreibungen kämen unerwartet und fielen hoch aus, so die Zürcher Kantonalbank. Die Abschreibung sei aber nicht dramatisch, da sie nicht liquiditätswirksam sei und nach Aussage von Holcim die Dividendenzahlung nicht gefährde, hieß es weiter.
Besser als erwartet waren die Umsatzzahlen von Richemont im dritten Quartal ausgefallen. Kepler-Analyst Jon Cox verwies vor allem auf die Stärke des Amerika-Geschäfts. Der Luxussektor halte sich dort viel besser als erwartet. Kepler stuft die Aktie mit "Kaufen" ein. Investoren sahen dies ähnlich und bescherten dem Wert ein Plus von 2,8 Prozent auf 52,10 Franken. Im Fahrwasser ging es für Swatch um 1,8 Prozent nach oben.
Die S&P-Aktionen führten zu keiner klaren Trendbildung unter Bankenwerten. UBS stiegen um 1,2 Prozent auf 11,52 Franken und Credit Suisse sanken dagegen um 0,7 Prozent auf 21,39 Franken.
DJG/flf
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